Der Fußballplatz in Königsberg

Foto: PeB, Gießener Anzeiger, 09.06.2020

Auch für diesen Artikel habe ich das leicht verwaschen erscheinende Bild aus der Zeitung genommen, wo in Corona-überschatteten Zeiten über die „verlorenen Plätze“ in der Region berichtet wird. Denn ähnlich verweist wie der Platz in Krumbach, aber deutlich besser „in Schuss“, ist der ebenfalls idyllisch gelegene Fußballrasenplatz in Königsberg. Hier sind die Absperrungen für die Zuschauer, der Ballfang zur Hauptstraße und die Hütte des früheren Getränkeverkaufs noch erhalten. Auch die Kleinfeldtore stehen noch, so dass sich immer mal wieder Kinder- und Jugendliche zum Kicken auf dem Platz einfinden. In der Zeit, als der SV Hohensolms mit der TSV Königsberg noch in der C-Klasse des Altkreises Wetzlar spielte (frühe 80er Jahre), hat man sich in der Mehrzweckhalle umgezogen, ein gutes Stück entfernt vom Platz.
Heute kommen in der „1000-Seelen-Gemeinde“ nicht mehr genügend Interessenten für „König Fußball“ zusammen, um einen geregelten Spielbetrieb zu organisieren. Traditionell, so schreibt Rüdiger Dittrich vom Gießener Anzeigers, ist der Gießener Nordkreis zwischen Fuß- und Handballbegeisterten gespalten.
Aber auch der Bogensport begeistert in letzter Zeit immer mehr Leute. Daher trainiert eine unserer lokalen Nachwuchsgrößen, die in Königsberg daheim ist, mit Pfeil und Bogen auf der weiten Rasenfläche.

Traditionsverein Königsberg

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Strohbär,
Foto: Waldschmidt

Traditionell präparieren die Königsberger Frauen und Männer den Strohbär in der Krauskopf’schen Scheune bei Werner Krauskopf. 2018 hatte sich Lara Marie Dönges für diese nicht ganz einfache Aufgabe zur Verfügung gestellt. Denn a) es dauert einige Zeit, bis ein Strohbär kunstvoll und sorgfältig mit Stroh umwickelt und mit Kordel gebunden ist. Dabei darf das Stroh nicht zu fest gewickelt werden, damit der Strohbär anschießend gut laufen kann. Und b) wird der Bär dann wegen seiner „Gefährlichkeit“ an einer durch das Dorf Kette geführt.  Als c) der schwierigen Aufgabe hält der „Strohmantel“ ganz schön warm, man (bzw. Frau) schwitzt. Deshalb musste der Strohbär unterwegs mit genügend Flüssigkeit versorgt werden; ja, in der Faschingszeit auch mit alkoholhaltigen Getränken.
Am Weg spende die Einwohner und zahlreiche Schaulustige Eier, Wurst und Speck. Bevor das Gesammelte von den Vereinsfrauen zum Abschluss beim „Hirschwirt“ in der Schloßstraße 39 zu einem großen Eierpfannkuchen gebacken wird, wird die Strohbärhülle noch verbrannt. Das ist ein heidnische Brauch, mit dem der Winter ausgetrieben werden soll.

Der „Traditionsverein Königsberg“ richtet im Juni eines Jahres das traditionelle Schutzhüttenfest aus,
das in und an der Hütte oberhalb des Königsberger Sportplatzes als Dorffest mit Gottesdienst, Musik – u.a. vom Gesangverein „Liederfreund Königsberg“, der Kinderchor und DJ -, Speis und Trank gefeiert wird.
Nachmittags beteiligt sich das „Dorf-Café“ der Vereinsgemeinschaft mit Kaffee und Kuchen. Für Kinder gibt es – mit Unterstützung der Kindertagesstätte Königsberg – ein besonderes Programm.

Ansprechpartner ist Thorsten Scherer, Am Buchacker 13, Tel.: 0171 / 74 61 446

Quellen:
Klaus Waldschmidt in: Mittelhessen.de, 14.02.2018, Strohbär dreht seine Runden und
Gießener Anzeiger, 04.07.2018, Spaß beim Schutzhüttenfest in Köniagsberg und
Gießener Allgemeine 28.06.19, Traditionsverein Königsberg lädt zum Schutzhüttenfest ein;
Gießener Anzeiger, 28.06.2019, Schutzhüttenfest in Königsberg, Autor wh,

Hofgut Bubenrod, historischer Friedhof und viel mehr

Hofgut Bubenrod
Bild: Heimatkundlicher Arbeitskreis Buseck e. V.

Auf der Seite „Kulturdenkmäler in Hessen“ wird über das Hofgut Bubenrod berichtet. Es liegt, umgeben von Wäldern, südlich von Königsberg. In der Nähe führten einst zwei mittelalterliche Handelsstraßen, die „Wällerstraße“ und die „Hohe Straße“ vorbei.


Der Hof


Der forst- und landwirtschaftliche Hof mit vielen Pferdeweiden und Stallungen wird nun in der 3. Generation hauptsächlich von der Familie Best, Bubenrod 3, Telefon: 06446 / 88 93 92 bewirtschaftet.
Dort kann man auch Brennholz beziehen.

Hofgut Bubenrod, youtube-Video

Elke Noppes hat für das Geschichtsportal Busecker Tal recherchiert:

Spätestens im 15. Jahrhundert besaß, mit Johann v. Buseck gen. Münch (d. Ä.), ein Busecker Ganerbe das Hofgut Bubenrod. Dies lässt, im Rückblick, ein Erbschaftsstreit von 1571 vermuten.
Vermutlich handelt es sich bei Johann d. Älteren um einen seit 1387 erwähnten, gemeinsamen Vorfahren der 1571 streitenden Parteien.

In einem gedruckten Nachruf auf Hans Philipp v. Buseck gen. Münch wird erwähnt, er sei 1555 in Bubenrod geboren. Eine Urkunde von 1567 bezieht sich auf dessen Vater. Dort wird der verstorbene Johann v. Buseck, gen. Mönch als „von Bubenrod“ bezeichnet. Johann lebte bereits 1559 in Bubenrod.

Denn 1559 wollen zwei Alten-Busecker Bürger im Auftrag der Gemeinde eine Schadensersatzleistung an die Ganerben begleichen. Am 23. August 1559 zwischen zehn und elf Uhr sind die beiden Gemeindevertreter zusammen mit dem Notar in Bubenrod vor der Behausung des Johann Mönch v. Buseck erschienen, mit der Absicht, die Schadensersatzleistung der Pfandsumme anzeigen zu wollen. Es erschien dort aber nur Hans Hermann Mönch v. Buseck, Sohn des Johann, und habe mitgeteilt, dass sein Vater nicht anwesend sei. Sie haben ihn deshalb darum gebeten, seinem Vater anzeigen zu wollen, dass sie den Schadensersatz geleistet haben, doch nicht aus einer Rechtspflicht heraus, sondern aus Gehorsam gegenüber der kaiserlichen Majestät. Doch Hans Hermann habe dies nicht annehmen wollen, sie vielmehr an Philipp v. Trohe verwiesen. Noch am gleichen Tag zwischen ein und zwei Uhr nachmittags sind sie deshalb nach Alten-Buseck gekommen und haben dort den Philipp v. Trohe vor seiner Behausung angetroffen. Ihm haben sie das gleiche vorgetragen. Ein langer Weg für diese Ankündigung. Entfernung Bubenrod – Alten-Buseck = 22 km.

Im Jahre 1605 findet ein Erbtausch zwischen Hans Philipp v. Buseck gen. Münch und Hans Hermann Lesch v. Mühlheim statt. Getauscht werden die im Besitz von Hans Philipp v. Buseck gen. Münch befindlichen Güter in Bubenrod und Königsberg, gegen die Güter des Hans Hermann Lesch v. Mühlheim in Reiskirchen. Bereits wenige Jahre später entbrennt ein langer Gerichtsstreit wegen diesem Tausch. Hans Hermann Lesch v. Mühlheim beklagt sich, dass die Ländereien in Bubenrod und Königsberg, entgegen der Behauptung des inzwischen verstorbenen Hans Philipp v. Buseck gen. Münch nicht so ertragreich seien wie die ihm nun gehörigen Ländereien in Bubenrod und Königsberg. Zudem sei verschwiegen worden, dass beide Ländereien Lehen seien. So ist Bubenrod spätestens ab dem Besitz von Hans Philipp v. Buseck gen. Münch ein Lehen der Grafen von Leiningen-Westerburg gewesen. Bisher konnte nicht ermittelt werden, ab wann die v. Buseck gen. Münch dieses Hofgut zu Lehen hatten.


Das Stammhaus der Schwarzentraubs


Von den Bewohnern des Fachwerkhaus der Schwarzentraubs stammen folgende Fotos und Erinnerungen:

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Die Häuser der Schwarzentraubs in Bubenrod

Das älteste Haus auf Bubenrod wurde ca. während des 30 jährigen Krieges erbaut. Der Besitzer war nach historischen Aufzeichnungen ein Ganerbe namens Johann von Buseck, genannt der „Mönch“.
Der Werdegang des Hofes ist aber vordergründig mit der Linie der Familie Schwarzentraub verbunden.
Die Vorfahren kamen aus Schwangau / Kanton Bern, also aus der Schweiz. Sie trugen den Namen Schwarzentruber. Ein Sohn der Familie zog Anfang des 18. Jh. nach Sellbach / Waldeck.
Er gründete hier eine Familie. Ein Sohn dieser Familie wiederum, ein Christian Schwarzentraub arbeitete auf dem Hofgut, hieß dann schon Schwarzentraub. Später übernahm er den Hof als Pächter.
Er wirtschaftete gut und hinterließ nach seinem Tod nicht nur 19 Kinder, sondern auch 3 Höfe und 2 Mühlen. Noch heute wird das als Landesdenkmal geschützte alte Fachwerkhaus von Schwarzentraubs in der fünften
Generation bewohnt.


Der Waldfriedhof


Bubenrod hat einen eigenen Friedhof mit alten Grabmälern der Verstorbenen und ehemaligen Bewohnern des Hofgutes:

Fotos: Christane Wasserthal

Stonehenge“ in Biebertal


Folgt man dem Wanderpfad, sind in der Nähe des Gehöfts weitere spannende Entdeckungen zu machen:

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Foto: All trails

Startpunkt des Rundweges ist ein kleiner Waldparkplatz in Richtung des Sportplatzes in Rodheim.
Die Strecke ist sehr abwechslungsreich auf durchweg angenehmem Untergrund. Sie verläuft über Wiesen, Felder und Wald. Dies alles im steten Wechsel, nie zu lange am Stück oder zu steil bergauf / bergab, so dass sich der Anspruch der Tour erst gegen Ende bemerkbar macht.

Der Rundweg von Rodheim über Hofgut Haina und den Steinkreis Bubenrod ist ein 17.2 Kilometer langer, wenig besuchter Rundweg in Biebertal. Er führt durch schönen Wald, lässt Wildblumen und oftmals auch Wildtiere entdecken. Aufgrund der Steigung und Distanz ist die Strecke als moderat einzustufen.
Höhenunterschied: 532 m

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Eine Radtour bietet ganz in der Nähe noch deutlich mehr.


Jagd und Naturschutz


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Foto: Jagdverein Hubertus

Desweiteren findet man direkt im ersten Haus auf der rechten Seite, wenn man über die schmale Zugangsstraße nach Bubenrod kommt, den Jäger Dieter Mackenrodt, den aktuellen Vorsitzenden des Jagdverein Hubertus. Gießen u. Umgebung e.V..

Bei ihm bekommt man frisches Wildbret,
Telefon: 06446 / 92 15 02. Fax: 06446 / 9269901,
Mobil: 0172 / 67 66 504,
Mail: d.mackenrodt@t-online.de,
Web: https://www.mackenrodt-bau.de/

Die Gießener Allgemeine berichtete am 02.10.2015 von einem Jagdausflug mit Herrn Mackenroth
unter der Überschrift >Mit dem Jäger unterwegs:Abschalten statt Abdrücken<


Weitere Bilder zum Hofgut finden Sie über folgenden Link


Ein Findling zum Schluss



Die Best Affäre. Bernd Jasper, veröffentliche in der ZEIT Nr. 13/1972 den Artikel „Flucht nach vorn“

Wiesbaden

Der Minister wollte auf Kreta alte Steine sammeln. Doch dazu kam es gar nicht erst. Bereits in Athen entschied sich Werner Best, seit 1970 Hessens erster Umweltminister, zur Umkehr. Sein Ministerpräsident und Parteichef Albert Osswald hatte ihm telegraphiert, Bests leidige Grundstücksaffäre sei durch neue „Enthüllungen“ zu neuen Schlagzeilen gekommen und müsse „endgültig bereinigt“ werden.

Zehn Stunden später landete Minister Best in Frankfurt. Kurz darauf erlebte die Landespressekonferenz in Wiesbaden einen ganz besonderen Auftritt.
Mit dutzendfach vervielfältigten Grundbuchauszügen, Standortskizzen und Behördendokumenten kämpfte Best gegen den Vorwurf, über die umstrittene Beteiligung an dem 100-Hektar-Hofgut Bubenrod hinaus, Grundstückserwerb „en gros“ betrieben zu haben und dabei an die Grenzen der Legalität gestoßen zu sein. Es hieß, ein Teil seines Grundbesitzes sei identisch mit der geplanten Trasse der Bundesautobahn Koblenz–Gießen. Er habe nur deswegen dieses Land erworben, um später bei der Realisierung des Autobahn-Projekts ein gutes Geschäft zu machen.

In der Tat – ein harter Vorwurf, wenn man bedenkt, daß Best Landrat in Wetzlar war und in dieser Eigenschaft frühzeitig von allen öffentlichen Bauvorhaben in Kenntnis gesetzt wurde.

Anders als in der Hofgut-Affäre, ergriff der Minister diesmal die Flucht nach vorn und erlaubte den Journalisten Einblick in sein gesamtes privates Geschäftsgebaren.
Die Tatsachen gezeichnet, gedruckt und beglaubigt vor Augen, mussten, selbst die hartnäckigsten Kritiker Zugeben, dass Bests Latifundien keinen spekulativen Mehrwert haben. Mehr noch, der attackierte Minister konnte nachweisen, dass die meisten Parzellen, die rings um seinen Heimatort Waldgirmes (Landkreis Wetzlar) verstreut liegen, durch Erbschaft in seinen Besitz gekommen waren und dass die alles in allem
25 000 Quadratmeter großen Flächen – offiziell taxiert – höchstens 25 000 Mark wert sind. Der Lageplan machte überdies deutlich, dass von einer Autobahnnähe kaum die Rede sein konnte.

Als Best nach einem hundert Minuten dauernden Frage-und-Antwort-Spiel das Pressezimmer im Wiesbadener Landtag verließ, bat er die Journalisten, „endlich mit der Inquisition Schluß zu machen“.
Aber vielleicht war diese Bitte an die falsche Adresse gerichtet, denn die Enthüllungsstrategen sitzen woanders. Sie sind größtenteils in seiner eigenen Partei, der SPD, zu finden und wollen trotz Bests Verteidigungsargumenten das Rennen nicht aufgeben. Sie neiden Bests steilen Aufstieg vom Bauernjungen zum Kabinettsmitglied. In Wiesbaden weiß man, dass die CDU, die vordergründig als Bombenleger fungierte, die wahren Hintermänner nennen könnte – dann wäre allerdings ein Hauskrach bei der SPD fällig.


Tatsächlich war das Gelände infolge eines Glücksspiels übergegangen – in seiner Zeit oder möglicherweise bereits in der Generation davor, so dass die Aussage mit dem Erbe stimmen dürfte.